Industriemuseum Lauf

Handwerks- und Industriegeschichte entdecken im Industriemuseum Lauf
VON ANKE
09. SEPTEMBER 2020

Das Industriemuseum Lauf stand schon lange auf unserer Museumsliste. Nachdem ich persönlich total überrascht war, was das Museum Industriekultur in Nürnberg so alles zu bieten hat, lag der Wunsch nahe, dass wir nun auch das Industriemuseum in Lauf besuchen. Das Museum liegt in Lauf direkt an der Pegnitz auf dem Gelände einer ehemaligen Ventilfabrik. Auch ist das Museum Teil der Nordbayerischen Industriestraße und stellt das Leben und Arbeiten von etwa 1890 bis 1970 in den Vordergrund.
Die Gebäude, in denen die Ausstellungen untergebracht sind, stehen an ihrem ursprünglichen Standort an der Pegnitz. Das Alter des Gebäude geht zurück bis ins 16. Jahrhundert. Das jüngste Objekt wurde 1936 errichtet. Der ganze Bau, einschließlich der originalen Ausstattung steht unter Denkmalschutz. Beste Voraussetzungen für einen authentischen Museumsstandort.

 

Die Arbeit steht still

Der Rundgang durch das Industriemuseum ist ein echtes Abenteuer. Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt und in den Fabrikhallen und den Werkstätten sieht es so aus, als ob die Arbeiter nur kurz in der Mittagspause wären und gleich wieder die Arbeit aufnehmen würden. Alles sieht so aus, als ob sofort weitergearbeitet werden könnte. Irgendwie kurios und auch ein wenig gruselig.

Besichtigt werden können eine Roggenmühle, eine Dampfmaschine, ein Eisenhammer, ein Elektrizitätswerk und eine Ventilfabrik. In dieser wurden unter anderem Ventile für verschiedene Automarken produziert. Im Lager finden sich noch fertig verpackte Ventile, die heute noch darauf warten, ausgeliefert zu werden. Außerdem gibt es eine nachgebildete Schuster- und eine Hutmacherwerkstatt, man erfährt, was ein Flaschner hergestellt hat und der Museumsbesucher kann einen original 1950er-Jahre Friseursalon besuchen. Vergleicht man diesen Friseurladen mit heutigen, dann wirken die Utensilien eher wie aus einem Horrorkabinett. Zu bestimmten Anlässen gibt es im Museum auch Führungen und Vorführungen, die die Vergangenheit dann zum Leben erwecken.

 

Originale Arbeiterwohnung aus den 1950er Jahren

Mein persönlicher Favorit war der Rundgang durch eine original eingerichtete Wohnung einer Arbeiterfamilie aus dem 1950er Jahren. Die Dielen quietschen beim Betreten, alles wirkt sehr aufgeräumt, bieder und kleinbürgerlich. Dadurch, dass man wie ein Besucher durch die Wohnung schreitet, fühlt sich alles so echt an. Die Kaffeetafel ist gedeckt, als wäre man eingeladen. Vieles aus der Einrichtung hat mich an die Wohnung meiner Oma erinnert. Vor allem das Schlafzimmer. Hier ist die Zeit wirklich eingefroren und ich fühlte mich wie eine Zeitreisende. Wirklich beeindruckend.

 

Unser Museumsfazit

Es macht wirklich Spaß, das verwinkelte Museumsgelände zu erkunden. Man weiß nie, was sich hinter der nächsten Tür verbirgt. Die Ausstellung – vor allem die alten Alltagsgegenstände – ist super interessent und wir fühlten uns, als würde die Zeit stillstehen. Ein lebendiges Museum, das vor allem für Kinder viel zum Entdecken bereithält.

 

 

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